26.09.2017

Dreidimensionale Wirbelsäulenvermessungen

Die dreidimensionale Wirbelsäulenvermessung ist ein modernes lichtoptisches Verfahren, das ohne Röntgenbelastung zur Vermessung von Wirbelsäulenverkrümmungen, Fehlhaltungen und Beinlängendifferenzen eingesetzt wird.

Jede einseitige Fehlhaltung oder Fehlstatik des Oberkörpers oder der Beine verursacht Verspannungen in den Muskeln und Sehnen und führt zu gestörten Bewegungsabläufen. In der Folge kann es zu Überlastungserscheinungen und Schmerzen im gesamten Rücken, in der Hüfte, den Knien oder den Füßen kommen. Bereits leichte, nicht ausgeglichene Beinlängen-, Becken- und Wirbelsäulenasymmetrien können zu chronischen Schmerzen in Fuß, Achillessehne, Knie oder Wirbelsäule bis hin zum Kiefergelenk führen.
Eine Früherkennung von Haltungsfehlern und -schäden sollte bereits im Kleinkindalter erfolgen, um geeignete Therapien einzuleiten und Folgeschäden zu verhindern.
Die 3-D-Wirbelsäulenvermessung kann solche Disharmonien und Asymmetrien im gesamten Bewegungsapparat präzise ermitteln.

Indikationen:
  • Wirbelsäulenfehlhaltung oder Wirbelsäulenfehlwachstum, z.B. bei fortschreitenden Skoliosen oder Wirbelkörperfehlanlage
  • Statikausgleich nach Versorgung mit künstlichem Hüft- oder Kniegelenk
  • anatomische oder funktionelle Beinlängendifferenzen
  • Vermessung von Beckenschiefständen
  • Nachweis von Funktionsstörungen und Blockierungsbereichen an Wirbelsäule und Becken bei chronischen Wirbelsäulenschmerzen mit muskulär fixierten Fehlhaltungen
  • Erkennung von Fehlhaltungen und Balancestörungen, bedingt und verstärkt durch intensiven Freizeit- oder Leistungssport
  • Fehlhaltungen in Folge von Kiefergelenksstörungen

 

Bei dieser Methode wird die Rückenpartie des Patienten mit Lichtstrahlen dreidimensional vermessen. Nach dem Prinzip des Lichtschnittverfahrens wird mit Hilfe eines Linienprojektors eine 3 D Aufnahme des Rückens erstellt. Eine computergesteuerte hochauflösende Kamera zeichnet den Verlauf der Linien und evtl. auftretende Verzerrungen und Asymmetrien auf. Aus den Messdaten wird eine dreidimensionale Darstellung der Wirbelsäule errechnet, die Achsenabweichungen in allen drei Raumrichtungen und sogar Drehfehlstellungen erfasst.

 

Ausgehend von dem sich darstellenden Befund wird gemeinsam mit Physiotherapeuten und Orthopädietechnikern ein spezielles Therapieprogramm zur Optimierung der Körperhaltung und Verbesserung der Statik empfohlen und besprochen.

.

  • spezifische Gymnastik- und Trainingsprogramme können erarbeitet werden, die der Patient dann selbstständig regelmäßig durchführt
  • neurophysiologische individuelle Schuheinlagen können auf Grund der gemessenen Daten hergestellt werden, die aktiv die ermittelten Defizite ausgleichen

Durch regelmäßige Verlaufskontrolle kann der Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen überprüft und die Therapie gegebenenfalls angepasst werden.